MTV nicht einmal mit der gleichen Startelf

7.Jan2019
Fußball

Berger Zwischenbilanz zur Winterpause

Nach zwei erfolgreichen Spielzeiten, an deren Ende der MTV Berg als Vierter (2016/17) und Fünfter (17/18) jeweils unter den besten Fünf landete, läuft es für den Dauer-Bezirksligisten des Landkreises in dieser Saison gar nicht nach Wunsch. Die Fußballer vom Ostufer des Starnberger Sees stehen in der ersten Saison von Simon Gebhart als Cheftrainer zur Winterpause lediglich auf Rang neun. Noch schlimmer: Der Abstiegs-Relegationsplatz ist gerade einmal drei Punkte entfernt. Die Gründe sind wie so oft vielschichtig.

Einsätze

Gebhart war im gesamten Saisonverlauf oft gezwungen, die Startaufstellung zu verändern. Bezeichnend: Der Trainer konnte nicht ein einziges Mal die gleiche Elf wie in der Vorwoche auf den Rasen schicken. Gerade im Sommer machte den Bergern eine Vielzahl an Urlaubsabstinenzen zu schaffen. Dazu kamen aber auch Verletzungen, wobei besonders die schwere Knieverletzung von Kapitän Tim Kayser ins Gewicht fiel. Insgesamt setzte Gebhart in den 19 bisher ausgetragenen Begegnungen 25 Akteure ein. Kein Spieler stand stets in der Anfangsformation. Einzig Sarek Suplit war in allen Partien am Ball. Mit 1633 von maximal 1710 Spielminuten führt er diese Wertung beim MTV deutlich an. Auf mehr als 14 Einsätze von Beginn an (75 Prozent) kamen lediglich zwei MTV-Spieler: Andreas Maier (17) und Marcel Höhne (16).

Abwehr

In der vorherigen Saison war die Defensive das Aushängeschild der Berger Fußballer. Mit 36 Gegentreffern wiesen sie den zweitbesten Wert der Bezirksliga Süd auf, nur Meister 1. FC Garmisch-Partenkirchen (34) war noch besser. In dieser Spielzeit kassierte der MTV schon jetzt 34 Tore, hat den Gesamtwert der vergangenen Spielzeit also bereits fast erreicht. Der Verlust des erfahrenen Torwarts Christian Utmälleki vor einem Jahr und das Aus des Defensivstrategen David Balogh (Karriereende) machten sich deutlich bemerkbar.

Pleitenserie

Der MTV musste bereits neun Niederlagen hinnehmen und verlor damit fast die Hälfte der bisher 19 absolvierten Matches. Schlechter waren die Roten zuletzt in der Saison 2014/15, als sie mit elf Niederlagen in die Winterpause gingen. Zum Ende der Vorrunde hin leistete sich der MTV eine Serie von sechs Spielen ohne Sieg (zwei Unentschieden, vier Niederlagen). So eine lange Durststrecke gab es zuletzt im Herbst 2015, damals holte der MTV aber immerhin drei Punkte. Zwischen dem fünften und achten Spieltag kassierten die Berger drei Niederlagen in Folge. Eine schlechtere Serie gab es zuletzt ebenfalls in der Saison 2015/16, als sie vier Partien in Folge in den Sand setzten.

Hoffnungsschimmer

In der Offensive hat der MTV mit 32 Treffern vier Tore mehr vorzuweisen als zum gleichen Zeitpunkt vor einem Jahr. Von den potenziellen Abstiegskandidaten kann kein Team diesen Wert nur halbwegs erreichen. Dazu hat der MTV mit Manuel Diembs ein hoffnungsvolles Sturmtalent vom ASV Antdorf geholt. Er sollte dafür sorgen, dass die Last des Toreschießens auf noch mehr Schultern verteilt wird. Marcel Höhne zeigte in den Spielen vor der Winterpause, dass er seine alte Torgefährlichkeit zurückgefunden hat. Der neue Torwart Florian Lerch (TSV Grünwald) dürfte mit seiner Routine der jungen MTV-Abwehr zu mehr Stabilität verhelfen. Zudem agierte der MTV in den bereits fünf ausgetragenen Partien der Rückrunde deutlich sattelfester und kassierte im Schnitt nur noch ein Tor pro Partie. In Sachen Fairness sind die Berger ganz weit vorne. Erst einen Platzverweis musste der MTV bislang hinnehmen. Mino Kayser sah beim 0:1 gegen Penzberg Rot. Besser war nur der FC Hertha München, der bis jetzt als einziges Team der Bezirksliga Süd noch komplett ohne Feldverweis ausgekommen ist.

Quelle: Starnberger Merkur